Santa Veronica und Barranquilla, Kolumbien

Der Hinflug erweist sich als unkompliziert und lang, mit einer unglaublich freundlichen und interessierten Crew von KLM. Wir werden bald gefragt, ob wir auf Urlaub fahren oder von dort kommen, weil wir schon so entspannt aussehen, das Sabbatical dürfte nun auch äußerlich wirken 😂. Wir treffen ein französisches Paar, uns bleibt der Mund offen stehen als sie uns sagen, dass sie vorhaben, im nächsten Jahr mit dem Rad von Kolumbien zum Kap Hoorn zu radeln. 

Spätestens am Flughafen bemerken wir, wie erwartet, dass hier ohne Spanisch nicht viel Kommunikation stattfinden kann – das bikende, französische Paar spricht ausschließlich französisch und kann sich kein Taxi organisieren, sie stehen mit ihren beiden Rädern am Flughafen – die Taxis sind für die Radkartons zu klein.

Wir fahren noch eine gute Stunde nach Santa Veronica in die Guacamaya Lodge, eine Empfehlung eines französischen Kite-Instruktor-Paares, das wir in Kenia kennengelernt haben. Schon bald merken wir, dass wir hier die Außenstehenden sind, man spricht fast ausschließlich französisch und ein bisschen spanisch, aber unsere rudimentären Spanisch- und Französischkenntnisse helfen uns nicht ins Gepräch zu kommen. Schnell sind Sprach-Lern-Apps auf unseren Handys installiert ☺️. Das Konzept dieser Lodge ist toll, sehr einfache Holzhütten mit „Bio-Toilette“, der Kitespot vor der Tür, alles total unkompliziert, ein sehr einladendes, kleines Swimmingpool, jederzeit gibt‘s Kaffee und Wasser und am Abend wird gemeinsam gegessen, davor meistens an der Bar ein bisschen geplaudert (etwas mehr, wenn man französisch spricht… 😉).

Der Chef ist ein älterer Franzose, unkompliziert, bemüht, weniger Businessmann und mehr hilfsbereiter Chaot mit minimalen Englischkenntnissen. Wir mischen Englisch, Französisch, Spanisch in den Gesprächen und verstehen am Ende so gut wie nichts 😂.

Das Kiterevier erscheint uns anfangs recht schwierig und ein bisschen unattraktiv, allerdings werden wir bald positiv überrascht sein. Der Wind ist stark, wir finden hohe und saubere Wellen, viel Platz auf dem Wasser, angenehme Wassertemperaturen und verbringen hier eine tolle Woche. Nur ein bisschen internationaler hätten wir es uns noch gewünscht. 

Nach einer Woche brechen wir mit dem Bus nach Barranquilla auf, hier findet für 5 Tage der zweitgrößte Karneval der Welt statt (gleich nach Rio), das wollen wir erleben. Das Kitegepäck lassen wir in der Lodge, let‘s get the party started 🪅💃👯.

Die endlos scheinende Parade ist so bunt, laut, amateurhaft, lebendig, fröhlich, es werden alle möglichen Körperteile geschüttelt… Der Umzug führt bei einem Gefängnis vorbei, dort wird extra in Richtung der Häftlinge, die gedrängt an den Fenstern stehen, getanzt. Es strahlt so viel Fröhlichkeit aus. Eine schöne Geste ☺️.

Die Nacht wird sehr laut bleiben 🎷🎺🎶