Gelandet in Leticia machen wir uns auf die Suche nach einer mehrtägigen Amazonastour. Wir werden sehr rasch fündig und beschließen die nächsten 6 Tage mit Delfinen, Anacondas, Mosquitos und sonstigem Ungetier zu verbringen 😂⚕️.
Auf diesem Fleckchen Erde gibt es keine Grenzkontrollen, man kann sich ganz einfach zwischen Peru, Kolumbien und Brasilien hin- und herbewegen, im Dschungel verlieren wir dann später komplett die Orientierung, so dass wir immer wieder fragen werden müssen, in welchem Land wir uns gerade befinden…
Doch zuerst ist noch ein wenig Bürokratie gefragt, da wir nach unserer Tour nach Peru weiterreisen. Wir müssen zum kolumbianischen Flughafen um einen Ausreisestempel zu erhalten, nach Brasilien um unser Fährticket zu kaufen und mit dem Boot auf die peruanische Insel Santa Rosa fahren um den Einreisestempel für Peru zu bekommen, davor noch schnell ins lokale Spital, um einen Covid-Stempel zu erhalten. Alles in ca. 1 1/2 Stunden erledigt 😯.

Der erste Teil der Tour findet hauptsächlich im Boot statt, der Amazonas kennt eigentlich hier nur 2 Jahreszeiten: das steigende und das sinkende Wasser. Bis Mai ist ersteres und wir befinden uns wie in einem „versunkenen Wald“, vorne im Boot sitzt einer, der mit der Machete teilweise den Weg für das Boot freiräumt.
Es regnet viel und wir verbringen unsere Zeit mit Piranha fischen, Kanufahren, Kaimane suchen und mit rosa Delfinen schwimmen. Nach ein paar Schauergeschichten über den „Penisfisch“, der im Amazonas lebt, wird auch nicht mehr ins Wasser gepinkelt. Angeblich „riecht“ der Fisch die Harnsäure im Wasser und wirtet sich im Penis ein…😂😂😂 Leider sind bei einer kurzen Wanderung im Dschungel durch unsere Ungeschicktheiten auch die Gummistiefel von oben nass…
Der zweite Teil, oder „El hombre es todos“, findet ca. 90km flußaufwärts in einer Dschungellodge statt. Der Weg dorthin erinnert wegen des vielen Schilfs und der Wasserfarbe ein wenig an den Neusiedler See 😂 Unser Guide Denis, vom Stamm der Ticuna, führt uns relativ rasch in seine Kultur ein, in dem er die Kommunikation mit Tini verweigert. Mit unseren „grandiosen“ Spanisch-Kenntnissen und einem Wörterbuch wird das Problem dann doch gelöst, obwohl bei ihm gelte: „el hombre es todos.“ Am gleichen Abend bittet er Tini, den heutigen Fisch doch unbedingt trotz Nicht-Fisch-Essens zu kosten. Ok. Die nächsttägige Dschungelwanderung mit viel Naturmedizin zahlt sich aus, denn der Fisch zeigt bei uns beiden Wirkung, wir bräuchten mehr Toilette als Dschungel 🚽 Ein Stück Baum gepflückt und es sollte schon besser werden…
Wir besuchen 2 indigene Dörfer am Amazonas, La Libertad vom Stamm der Yagua, und Puerto Triunfo der Ticuna, alles ist wirklich interessant und spannend, allerdings wirkt der Fußballplatz mit Flutlichtanlage nicht besonders authentisch. Noch ein bisschen Korb- und Dachflechten mit Palmen, mehr Naturmedizin und das Trinken des zu Ostern traditionellen Acaisafts runden diesen Teil ab.
Zurück in Leticia scheitern wir an der Weiterplanung, weil die ganze Stadt internettechnisch von der Außenwelt abgeschlossen ist. Egal, wir setzen uns über Nacht ins Schnellboot auf dem Amazonas nach Iquitos, Peru.

Ein Tuktuk bringt uns mit all unserem Gepäck (auch Kitesachen 😳) zum Flughafen, wo wir hoffen direkt einen Flug zu erhalten, auch hier Internetflaute. Ein Travelagent, der zuerst nur für eine Person, dann ein Gepäck zu wenig bucht und uns schlussendlich beiden den Nachnamen „Österreich“ auf den Flugtickets ausstellt, hilft uns. Wir sind froh und doch irgendwie überrascht mit dem Flugzeug nach Lima zu kommen.


























