Der erste Kontakt mit diesem ungewöhnlichen Platz in Peru fand im Oman 2019 statt… ja, genau, im Oman 😉 Wir trafen damals wellenfanatische Kite-Italiener, die von einem speziellen Platz vorschwärmten, wo angeblich die perfekte Welle läuft: anspruchsvoll, kaltes Wasser, etwas teuer, aber perfekt. Und wie so oft… mancher von uns fand daran mehr Gefallen als manch andere…
Vor ca. einem Jahr, beim Durchblättern eines Kitemagazins am Flughafen, haben wir es wieder entdeckt. Beide schon ein bisschen wellenerfahrener, aber noch keine Idee davon jemals in Peru kiten zu wollen… und so ändern sich die Dinge 😂
Jetzt sind wir hier, im Naturreservat Peninsula de Illescas, weit ab von jeder Zivilisation, nur dieses eine wunderschöne Haus, das ausschließlich aus Materialien der Umgebung gebaut wurde, wunderschön, durchdacht, gemütlich, eingebettet in die pure Natur. Draußen fischen Pelikane neben unzähligen Vögeln, Geier, die die angeschwemmten toten Seelöwen zerstückeln – ja, Natur pur, ganz ohne menschliches Eingreifen. Aufgeweckt werden wir auch täglich mit diesem penetranten Verwesungsgeruch von toten Meeresbewohnern 😂 In dieser Umgebung fällt es leicht sich daran zu gewöhnen.

Nebenbei rauschen die Wellen, Tag und Nacht, aber kein entspannendes „Meditationsrauschen“, sondern eher wie eine kraftvolle „Wellen-Maschine“ 😱 So ganz nebenbei sind wir auch die einzigen Gäste in dieser Lodge.

Eine Stunde Wüstenspaziergang und wir erreichen eine Seelöwenkolonie, denen wir ewig zusehen könnten wie sie übereinander kraxeln und sich gegenseitig anbrüllen. Canyons zu angeblichen „Energiesteinen“, ewige Strände, in alle Richtungen gibt es was zu erkunden. Perfekt, denn der Wind startet erst am Nachmittag, und so gibt es ausreichend Zeit für alle Aktivitäten. Dazwischen bekochen uns Juana und Maria, zwei sehr herzliche Frauen, die sich rund um die Uhr um unser Wohlbefinden kümmern, nach einigen Wochen Hendl und Eiern ist eine abwechslungsreiche Küche so traumhaft…. fantastisch!!!
Das Kiten, Hauptgrund für unseren Besuch hier, wird fast, aber nur fast 😉, zur Nebensache. Wir tasten uns von Tag zu Tag an die immer größer werdenden Wellen heran, mit den Windbedingungen müssen wir uns ebenfalls erst vertraut machen. Auch die immer wieder auftauchenden Seelöwen und Pelikane rund um uns sind gewöhnungsbedürftig. Iony, einer der Miterbauer der Lodge, ist beim Kiten stets mit seinem Quad unsere Sicherheit, obwohl das anfangs weniger Sicherheit erzeugt, denn der Peruaner, mit seinem „Maschinengewehr-Spanisch“ wirkt chaotisch, trägt eine wirklich dreckige Brille aus der man wahrscheinlich nicht viel sehen kann. Wenn sein Quad einmal ohne ihn irgendwohin davonrollt, ruft das bei seinen Mitarbeitern Kopfschütteln hervor, erzeugt bei ihm aber höchstens einen Augenzwinkerer mit viel Gelassenheit 😂 Selbst Martin, Argentinier und Ex-Profi-Kiter, der hier alles managed, und mit dem wir uns per WhatsApp über Bedingungen, Wellen, usw… austauschen, weil er momentan nicht anwesend ist, erklärt uns, dass auch er manchmal Iony nicht versteht, wir uns aber in besten Händen befinden, weil er hier alles in- und auswendig kenne.
Und schlussendlich ist das Kiten anspruchsvoll, das Wasser gar nicht so kalt wie erwartet, der Aufenthalt natürlich teuer, aber verglichen mit all dem, was man hier bekommt, gar nicht mehr so tragisch, und die Wellen perfekt. Jetzt müssten nur noch wir diese perfekten Wellen abreiten können… Am letzten Tag sind die Wellen am höchsten, schnellsten und bilden sogar manchmal Tubes. Norbert zollt diesen bei seinem letzten wilden Wellenritt (aktiv oder passiv ist hier die Frage 😉) Tribut, der Kite überlebt die Wellenspülung und den einzigen Felsen im Wasser leider nicht, mehr ist glücklicherweise nicht passiert. Stück für Stück nähern wir uns dem Ziel 💜.



















