Huaraz – Cordillera Blanca

Nach mittlerweile 2 Nächten im Bus, einer ungemütlichen Anreise, Tini macht die Höhe über den Pass, Norbert die Rippe zu schaffen, gehen wir dank eines Früh-Check-Ins gleich wieder schlafen. Wir befinden uns mittlerweile auf 3052m. 

Es gibt hier keine andere Wahl als mit Akklimatisierungstouren zu starten und Tag für Tag die Höhe ein wenig zu steigern. So geht es für uns wandernd zu den Lagunen Wilkacocha auf 3680m, Parón auf 4350m, Churup(ito) auf 4600m und Laguna 69 auf 4680m (ja, die Herkunft des Namens bringt einen ins Grübeln 😂), je nach Entfernung teilweise mit dem Collectivo, mit Touri-Tour oder Taxi, wieder mal viele Stunden Fahrzeit. Jeden Tag findet das gleiche „Wetterspiel“ statt, Sonne am Morgen, Wolken und dann Regen am Abend bzw. Nachmittag. Deswegen lohnt sich ein früher Start, leider mit Touristen-Tour nicht möglich, so leisten wir uns für die Lagune 69 ein Privattaxi um 4 Uhr morgens, die 2,5 Stunden Anreise könnten wir ja noch im Auto schlafen. Es erweist sich als alte Schüssel ohne Heizung, mit offenen Fenstern, um das Anlaufen zu verhindern, was allerdings nicht klappt. Dafür gibt es einen Stofffetzen, der alle paar Minuten an der Windschutzscheibe zum Einsatz kommt. Schlafen ist vor Unbequemlichkeit und Kälte nicht möglich. Letztendlich passiert auf der Dirtroad noch ein Zusammenstoß mit einem Collectivo, es wird geschimpft, diskutiert, und definitiv keine Lösung gefunden. Die Sonne geht auf und die Zeit verstreicht, unsere Geduld auch, irgendwann wechselt das Geld dann doch Besitzer und wir können weiterfahren… Kein guter Tagesbeginn, aber das Wetterglück ist an diesem Tag (am Vortag regnete es den ganzen zweistündigen Abstieg) doch noch auf unserer Seite und es bleibt länger sonnig, wir haben tolle Aussichten, der Regen startet erst als wir nach einigen Wanderstunden wieder ins Auto einsteigen.

Laguna 69

Generell herrschen nicht unbedingt die Bedingungen, die uns auf einen mehrtägigen Trek im Zelt ziehen. Zwischendurch versuchen wir unsere Pläne anzupassen, überlegen eine 1-2tägige Bergbesteigung nach dem Akklimatisieren, oder auch einen Klettertag einzulegen. Nichts erscheint uns so richtig gemütlich, und irgendwie sind wir uns einig, dass wir es gern gemütlich hätten… oder zumindest trocken 🌂.

Unser Hotel ist sehr günstig, auch wirklich komfortabel, leider ist das laute Musik liebende peruanische Volk auch hier, Musik aus allen Ecken und Zimmern, die nächtlichen Schlafstunden werden eher von außen vorgegeben 🤪 Wir haben allerdings eh viel zu viele Fotos gemacht, so ist genug Zeit, um all diese zu sortieren und wieder zu löschen. 

Trotz des unbeständigen Wetters haben wir tolle Tage und tolle Aussichten, gute Sonnenfenster und einen schönen Eindruck der Cordillera Blanca, die Wanderlust hat uns aber auch hier nicht richtig gepackt und so beschließen wir einen Bus nach Lima zu buchen. Am, auf dem Online-Ticket angekündigten, Terminal in Huaraz gibt es noch eine klare Ansage: „Hier gibt’s keinen Bus nach Lima.“, kurze Schrecksekunde bei uns, dann finden wir doch noch mit Hilfe einiger Peruaner den gar nicht so weit entfernten Bus nach Lima, Peru ist eben nicht so organisiert wie manch österreichischer Nachbar… 😂