Dieses Mal zieht es uns in der kühlen Jahreszeit auf die karibische Insel Guadeloupe, reisetechnisch unkompliziert, da wir die EU nicht verlassen, gepäcktechnisch dafür umso komplizierter, da wir glauben alle Wassersportgeräte (Kite und Wing) mitnehmen zu wollen. Immerhin schaffen wir es, in Pointe-à-Pitre angekommen, alle Dinge in unserem gemieteten, „Riesen-Toyota Yaris“ zu verstauen und ins Apartment zu bringen.
Die ersten Erkundungen führen uns an den Hauptkitespot, Bois Jolan, viel Platz, ein vorgelagertes Riff mit einigen Wellen, ganz guter Wind… und mitten am Wasser ein plötzlicher Regenguss. In den nächsten 2 Wochen wird sich noch zeigen, dass der Regen entweder Sturm oder Flaute bedeutet, welches der beiden Dinge bleibt aber eine immer wiederkehrende Überraschung….
Norbert quält unterdessen seit dem Flug ein Schmerz in der Wade, zuerst vernachlässigt, dann doch verunsichert, startet eine Gesundheitsodyssee, die uns leider den ersten Teil unserer Reise ziemlich in Beschlag nehmen wird. Endlose Wartezeiten in einer Arztpraxis, Krankenhausbesuche, Suche nach offenen Radiologieinstituten, Apotheken, Telefonate mit Ärztefreunden in Österreich, es scheinen alle, die helfen könnten, auf Urlaub zu sein. Bereits nahe dran aufzugeben und drauf zu pfeifen, findet sich ein Labor, das bereit ist einen Bluttest zu machen. Das Ergebnis zeigt leider keine Entwarnung und weitere Bemühungen bringen zumindest einen Ultraschalltermin. Wir verschieben unsere Überfahrt nach Marie Galante um einen Tag um diese Untersuchung wahrnehmen zu können.
Wir testen weitere Kite- und Wingspots am Plage des Salines und in Saint Françoise sowohl in der „Labor-Türkis-Lagune“ mit „vom Auto unter Palmen aufs Brett-Bedingungen“, als auch außerhalb in den herausfordernden Dünungs- und Brandungswellen. Auch abseits bietet der Ort ein bisschen Lebendigkeit, obwohl alles sehr schick französisch und dementsprechend teuer ist.
Einige Dinge scheinen noch schief zu gehen, einer unserer Wings lässt Luft, Geldbörse wird verloren, irgendwie ist der Wurm drinnen, aber dann… alles geregelt, alles repariert, alles wiedergefunden.
Wir genießen die abwechslungsreiche Landschaft, vor allem auf Basse Terre, dem westlichen Teil der geformten Schmetterlingsinsel. Die schroffe Küste wechselt mit karibischen Stränden, dazwischen üppig grüne Dschungelwälder mit wunderschönen Wasserfällen, kein Wunder bei der Häufigkeit der Regengüsse… Wir genießen die karibische Wärme, leider auch den starken Verkehr auf der Insel, ohne Auto geht für uns hier aber leider gar nichts.
Ein weiterer Reisetag beginnt mit dem Ultraschall, zu dem wir, trotz extra viel eingerechneter Zeit, wegen eines Staus noch immer eine halbe Stunde zu spät kommen. Nicht so schlimm, in der karibischen Inselzeitrechnung sind wir noch immer fünf Minuten zu früh. Leider bestätigt sich der Verdacht der Thrombose… 😢 Boulangerie, Apotheke, Anrufe, Boottickets kaufen, Auto zurückgeben, die Unmengen an Gepäck aufs Boot transportieren… und irgendwann sitzen wir bei strömendem Regen auf dem Schnellboot nach Marie Galante – hier sollen nun die wirklich entspannenden Tage beginnen. Das Glück hält nur kurz, denn der kleine Hafen auf der Insel verwandelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem menschenleeren Platz, niemand mehr da, der uns in das 15 Autominuten entfernte Capesterre bringen kann oder möchte… zu viel Gepäck. Fazit: Es gelingt dann doch und wir mieten für die nächsten Tage wieder ein Auto. Der für zehn Uhr bestellte Toyota Previa ohne Rücksitze, mit nur Laderaum, ist auch fast pünktlich um elf Uhr da und es kann los gehen.
Marie Galante wirkt verlassen, sehr entspannt, die Leute sind freundlich. Der Nordwesten ist wunderschön karibisch, ruhige, weiße Sandstrände, zehn Fahrminuten später eine Steilküste, wieder ruppig und wild, vereinzelt Windmühlen, überall Zuckerrohrplantagen – natürlich müssen wir auch einmal eine der der berühmten Rumdestillerien besuchen und degustieren.
Der Kitespot selbst ist sehr kabbelig, außerhalb des Riffgürtels hohe Wellen, teilweise durcheinander, teilweise wunderschön. Das große Problem sind die Korallenriffe, die immer wieder unerwartet auftauchen… aber auch das wirkt am dritten Tag schon nur mehr halb so wild.
Die Reise nach Guadeloupe war leider zu Beginn etwas gesundheitlich überschattet, dafür lernten wir in manch schwierigen Situationen mehr Französisch als so manche/r von uns in vier Schuljahren… in der Not wird man kreativ 😉 Die Insel ist so vielfältig, bietet so viele unterschiedliche Dinge, alles ging sich in diesen kurzen zwei Wochen nicht aus, aber viele wunderschöne Dinge haben wir gesehen, manche bleiben noch offen. Und zum Abschluss noch ein Bokit und einen Rum-Punch. Santé! ☺️🇬🇵🍹























