Unsere ersten Ferien nach der einjährigen Arbeitsauszeit führen uns nach Istrien. Aufgrund der guten Windvorhersage eilen wir direkt Richtung südlichste Spitze. Schon öfter davon gehört, aber nie ausprobiert, stehen wir vor dem „berühmten“ – leider geschlossenen – Campingplatz in Premantura, weiter geht es nach Medulin zum geöffneten „Wintercamping Kazela“. Die „Camping-Temperaturen“ werden sich hier als ausgesprochen angenehm und warm herausstellen, deutlich wärmer als so manche Sommertage in den Bergen…
Alles Nötige ist erledigt und wir wollen noch eine kurze Nachmittags-Session wingend aufs Wasser. Der Wind bläst, das Material ist aufgebaut, die Vorfreude ist groß…. Nur: wo kommt man hier ins Wasser? Die Küste ist steinig, die Wellen unangenehm hoch, dass sie einen störenden Beachbreak verursachen und der Wind ist stark. Durch eine Mischung aus Tanzen, Balancieren, Rutschen und Zappeln schaffen wir (und unser Material) es doch unversehrt ins Meer. Kurzes Durchatmen – und ab aufs Brett – doch nicht so einfach wie gedacht: durch die hohen Dünungswellen stellt sich auch das als große Herausforderung dar… alles dauert heute etwas länger. Doch irgendwann war auch das geschafft und wir konnten die Schwierigkeiten noch gut für uns nutzen und Wasser, Wind und Welle genießen.
Der Wind soll noch ein paar Tage bleiben, am nächsten Tag geht’s mit dem Wing an einem anderen, deutlich entspannteren, Spot, nämlich im Kap Kamenjak Nationalpark, etwas südlich von Premantura ins Wasser. Wunderschön, toller Wind, tolle Dünungswellen, fast ein bisschen zum Seekrankwerden… ein gelungener Windtag.
Nun ist es aber Zeit wieder mal Felsen zu berühren, wir treffen Ingrid und Andi in unserem gemeinsamen Apartment in Buzet, noch ist das Wetter für die nächsten Tage ein wenig durchwachsen angesagt, die kroatischen Klettergebiete werden dementsprechend ausgewählt. Wir klettern in sehr unterschiedlichen und sehr interessanten Gebieten, teilweise unerwartet rauer Fels vom feinsten. Trotz obligatem Morgennebel rund um Buzet werden die Tage immer schöner, der Kletterspaß immer größer, die Haut auf den Fingern immer dünner, dafür das Apres-Klettern-Bier immer besser. Das Wetter ist so traumhaft sommerlich, dass es südseitig am Felden grenzwertig heiß ist. Nach einigen Tagen übersiedeln wir in ein Apartment in der Nähe von Koper, mitten in den Weinhügeln Sloweniens gelegen, auch dort sind wir von einigen tollen Klettergebieten umgeben. Zwar ist hier schon deutlich mehr los, auch der Felsen zeigt schon Begehungsspuren, aber die Routen sind teilweise genial und sehr cool zum Klettern.
Irgendwann ist dann wieder Zeit für einen Rasttag, ein bisschen Entspannung für unsere Finger. Wir treffen Chris in der Nähe von Pula, mieten ein Motorboot und erkunden das Kap Kamenjak im und auf dem Wasser, kaum zu glauben, dass schon November ist… für uns war es definitiv eine kurze Rückkehr in den Sommer.
Zum Abschluss gibt es noch ein paar Kraxeleien, ein kurzes Triest-Mini-Sightseeing und eine sehr familiär geführte und ansprechende Weinverkostung in unserer Unterkunft, bevor das Wetter wieder etwas unfreundlicher wird – ein perfekter Zeitpunkt um nach Hause zu fahren. Es waren tolle (sommerliche) Herbstferien.























