Korsika

Die Notwendigkeit neuer Kletterschuhe endete mit langem Stöbern in der Buchabteilung des Sportgeschäfts in Briançon, wobei wir immer wieder zum Korsika-Kletterführer griffen. Kurzes Drüber-Nachdenken, ein bisschen Besprechen („wir könnten ja…“  und „wie wäre es mit …?“, usw.) und schon waren wir uns einig, Korsika soll mit auf die Reiseroute (aus Kletterschuhen wurde vorerst mal nix 😉). Das sind wohl auch die Möglichkeiten, die unser Sabbatical so einzigartig machen: Zeit haben, Pläne ausweiten und abändern.

Es hat sich definitiv gelohnt. Wild, schön, bergig, vielfältig. Ein Paradies für uns. 

Viel Sportklettern auf unterschiedlichen Felsarten mit unterschiedlichen Bewegungsformen und unterschiedlichen Panoramen, vom „Wellness-Kraxeln“ in Portu direkt am Strand, bis zum Klettern im Nebel zwischen wilden Granit-Nadeln am windigen Bavella-Pass. Alles dabei.

Eine Klettertour an der Westküste begannen wir direkt vom Wasser, zuerst Abseilen, dann Klettern, dann Staunen und Erfreuen. Es hat uns alles gefallen.

Zur Abwechslung starteten wir einmal zu einer Mountainbike-Tour bei Corte – bewachsen von Macchia, verblockt, schottrig, trocken, … schwierig zu fahren, trotzdem abenteuerlich.

Noch ein paar Kratzer mehr auf den Beinen, denn auch der harte Granit hat bei uns schon seine Spuren hinterlassen, und wir beschließen uns doch lieber auf’s Klettern zu konzentrieren… und auf’s Kiten! 

Den gefürchteten Wind am Bavella-Pass nutzten wir, um an der Westküste zu kiten, einmal weiter nördlich am wunderschönen Strand von Algajola, einmal im Süden in der Baia de Tonnara, nette Wellen in traumhaftem Ambiente. Hat uns auch gefallen.

In Korsika gibt es so vieles für uns, Sommer-, Herbst- und für Tini sogar manchmal schon Wintergefühle. Wasser, Berge, Felsen, Wind. Romantische, verwinkelte Orte. Alles in unmittelbarer Nähe.

Auch wenn sich in Korsika der „Inselcharakter“ schon spüren lässt und sich doch ein wenig vom Festland unterscheidet, so gibt es doch ein paar – für uns nicht unwesentliche – Gemeinsamkeiten, die wir nun, bevor wir in Richtung Sardinien aufbrechen und somit Frankreich den Rücken kehren, folgendermaßen beschreiben können:

gegessene Croissants: sehr viele

gegessene Pain aux Chocolats: unendlich viele

gegessene Baguettes: „überabzählbar“ viele (Norbert meint, dass es diesen Begriff in der Mathematik tatsächlich gibt… man möge Google befragen oder einfach glauben 😉)