Dänemark

Eigentlich sollte Dänemark nur ein „Durchreiseland“ nach Norwegen werden, die Windvorhersage ließ uns allerdings länger bleiben als erwartet. Die Ausbeute: Ewige Sandstrände, Kälte, Regengüsse und Wind, Wind, Wind!

Wir starten in Wien bei fast 38 Grad mit dem Auto Richtung Norden, unerträglich heiß, mit Klimaanlage gut zu ertragen, holt uns schon bald das erste abkühlende Gewitter ein. Gut ausgestattet mit Kletterführern für Dresden und Umgebung müssen wir leider bald unsere Pläne umwerfen, denn das Wetter lässt das Klettern nicht zu, alles ist nass, es soll unbeständig bleiben. In der Nähe von Dresden angekommen, beschließen wir trotz Regens mit dem Rad in die Innenstadt hinein zu fahren (wir sind ja immerhin für die Reise nach Norwegen auf Regen eingestellt). Alles wirkt irgendwie ausgestorben und leer… Trotzdem zahlt sich der Abstecher aus, die Innenstadt gefällt uns gut.

Weiter geht’s auf Deutschlands Autobahnen, ein kurzer Zwischenstopp bei IKEA in der Nähe von Berlin lässt uns alle zu Hause vergessenen Sachen nachkaufen, wir beschließen aufgrund der Windvorhersage den Besuch Berlins auf später zu verschieben. In der Nähe des deutschen Flensburgs, wo wir ebenfalls eine kleine Radtour in die „Stadt“ machen und nun vom Ortsbild ganz klar die nordischen Städte erreicht haben, fahren wir über die dänische Grenze. 

Wir cruisen mit dem Auto entlang der Westküste, alles flach, grün, sandig, unser erster Stopp Rømø, eine Insel mit ewig langem Sandstrand. Mit dem Auto kann man hier bis an die Wasserkante fahren… Kitesachen raus und ab auf‘s Wasser. Es ist nicht viel los, es gibt nette kleine Wellen und das Wasser ist erstaunlich warm. Heute ist Österreichs Viertelfinaltag, aber das interessiert in Rømø niemanden, so bleibt uns das Handy und „Private Viewing“ für die zweite Halbzeit im Bus.

Weiter geht‘s mit einem Zwischenstopp in Ribe (ein sehr netter dänischer Ort, in dem wir gemütlich einen Kaffee in den Sonnestrahlen trinken) über den Nationalpark Wattenmeer nach Hvide Sande, einer sehr hübschen Dünenlandschaft – und wieder: ausgestorben, niemand da… eine Campingplatzbetreiberin erklärt uns, dass viele aufgrund des kühlen und nassen Wetters abgesagt haben – kein Wunder… es fühlt sich verdammt unangenehm und ungemütlich an. Ab hier tut es für den Rest der Reise auch nur noch der Winter-Neo, die Wassertemperaturen sind deutlich niedriger.

Die Kitesession in Hvide Sande ist wild, unberechenbare Chaoswellen, starker Wind, wir die einzigen Menschen weit und breit. Herausfordernd und etwas ungemütlich zu fahren, kann man hier hochkonzentriert doch ein wenig Zeit auf dem Wasser verbringen.

Auch Klitmøller steht auf unserer Liste, einmal in „Cold Hawaii“ auf‘s Wasser, das muss drinnen sein. Deutlich schöner zu fahren, aber auch herausfordernd, und auch belebter endet auch diese Kitesession in einem Regenguss. 

Norbert will‘s noch einmal in Løkken wissen, Tini hat genug von nassen Neos und Waschmaschinen-Gängen in den Wellen. Ein noch heftigerer Sturm mit Regenguss unterbricht die Session kurz, sonst gefällt dieser einsame Spot sehr… waschelnass werden die Kitesachen in den Bus gepackt bevor es auf die Fähre nach Südnorwegen gehen soll. Diese verspätet sich eine ganze Nacht und somit sind wir gezwungen im Aufstelldach unseres Bus bei Starkwind und Regen, unklar ob uns der Sturm dieses nicht wegblasen wird, die Nacht zu verbringen. Noch wissen wir nicht, dass unsere Neos noch länger nicht trocknen werden… 

Ewige Sandstrände mit vielen alten Kriegsbunkern, flache Landschaften, Regen, Kälte, Leuchttürme und viiiiiiieeeel genutzten Wind – das war der Eindruck Dänemarks für uns.