Wieder einmal sind wir mit unserem Luxusproblem befasst, dass wir nicht so genau wissen, wohin es in den Herbstferien gehen soll… die angesagten Temperaturen, die Windvorhersage und, der uns in Gedanken kommende, Packwahnsinn helfen – wir nehmen den langen Weg nach Sardinien mit dem Auto in Kauf. Da wir uns auch nicht entschließen können, welche Sportspielzeuge zu Hause bleiben, verlassen wir, das Auto VOLL gepackt, Wien. Alles ist mit.
Wir starten im schönen Nordwesten der Insel an einem Wellenspot (Rena Majore) gleich mit Starkwind, der uns an unsere körperlichen und materiellen Grenzen bringt, die kleinsten Kites sind zu groß und die großen Wellen zu chaotisch. Starker Beginn. Relativ bald ist Südwind angesagt, wir düsen Richtung Ostküste und kommen sogar noch auf einem geöffneten Campingplatz in San Teodoro unter. Alles scheint recht leer und ausgestorben, bis wir von unserem täglichen Pizzeria-Besuch abends zurückkommen – alles voll mit „surfenden“ Wohnmobilen. Es herrscht ein „Chasing the wind“, eine Horde Wassersportler*innen cruist über die Insel, man trifft immer wieder die gleichen Leute, es ist sehr gesellig und wir kommen schnell ins Plaudern. Das gefällt uns gut und wir fühlen uns wohl. Der Osten ist traumhaft zum Kiten und Wingen und wir genießen das wunderschöne Wasser und die tollen Bedingungen.
Der Wind holt kurz Luft, aber die längerfristige Vorhersage ist wild, wir flüchten in den Süden der Insel und hoffen dort ein wenig zahmere Bedingungen vorzufinden. Das sonst so überfüllte Chia im Süden zeigt sich diesmal als leerer, einsamer Spot, wunderschön. Angesagte Katastrophen finden ja bekanntlich nicht statt, der Wind ist zwar stark, aber doch kitebar, und so bewegen wir uns wieder über den wilden, wellengepeitschten und einsamen Westen und Nordwesten Richtung Olbia, wo wir auf die Fähre gehen, die wegen „bad weather conditions“ umgelenkt wird, so landen wir in Piombino und haben noch einmal etwas von den ordentlichen Wellen 🌊🤢🚢
Sardinien zeigt sich für uns wieder einmal von seiner schönsten Seite. Wir hatten traumhaftes Wetter, wunderschönes, warmes, türkises Wasser, starken Wind, viele Wellen und ganz viel Outdoor-Publikum, entweder mit Surfbrettern am Dach oder im Kletteroutfit. Die kurzen Regengüsse, und sogar den kurzen Hagelschauer, verbringen wir autofahrend. Es werden leider viele Autokilometer, 1300, auf der Insel, viele davon in eigenartig geformten Kreisverkehren, von denen es so einige gibt…
Der Herbst hier ist ideal, die großen Kites und Wings bleiben unberührt, genauso wie die dicken Jacken und diesmal auch die Klettersachen…
Es war viel Schönes, viel Neues und viel Sand im Auto – der lange Weg hat sich auf alle Fälle gelohnt 😊



















